| Problembeschreibung:
Das alte Paradigma ... und die Folgen |
Eine
Führungskraft, die versucht, die individuelle Psychodynamik ihrer Mitarbeiter
in der zu führenden Gruppe wahrzunehmen, muss für dieses Unterfangen
einen erheblichen, kaum kalkulierbaren Zeitaufwand hinnehmen und hat dabei noch
die Gewissheit, dass die Qualität des Ergebnisses aller dieser Bemühungen
äußerst fragwürdig ist. Irgendwo, in einer Ecke des Bewusstseins,
wird mit Unbehagen geahnt, daß trotz allen Bemühens eine nicht zu
eliminierende Unschärfe und Oberflächlichkeit unvermeidlich ist. Aus
meiner Sicht kommt noch eine entscheidende Verzerrung der Wahrnehmung durch
Projektion eigener seelischer Anteile der wahrnehmenden Führungskraft hinzu.
(Diese seelischen Anteile sind die Persönlichkeitsanteile, die vom Ichbewusstsein
nicht geduldet und deswegen unterdrückt, ins Unbewusste "hinabgestoßen",
verdrängt werden. Nichtsdestoweniger existieren sie dort weiter und pflegen
sich, kaum kontrollierbar, gelegentlich durch Fehlleistungen bemerkbar zu machen.)
Ganz schwierig ist die Wahrnehmung
und Analyse eigenen Verhaltens beziehungsweise der eigenen Motive und Wirkungen
auf andere, speziell auf Mitarbeiter.
Nicht nur Mitarbeiter, auch Führungskräfte
haben eine Psychodynamik, sind durch Familie und soziales Umfeld in spezieller
Weise beeinflusst. Wo unbewusste Ängste sind, kann nicht mehr frei wahrgenommen
werden. Die "Dynamik des eigenen Unbewussten" verhindert unbemerkt
die gerade in den oben aufgeführten speziellen Unternehmenszusammenhängen
(Personalentwicklung. BPM, Reengineering, TQM) so dringend benötigte hohe
Führungsqualität.
Die bisher
nicht zufriedenstellend gelösten Probleme des Qualtitätsmanagements
Gerade im motivationalen Kontext werden diese Probleme des Qualtitätsmanagement
sichtbar:
- Durch eine Fülle
von Vorschriften werden im Erleben des Mitarbeiters nahezu alle Wahlmöglichkeiten
weggefegt, was eine immer stärkere Demotivierung bewirkt.
- Mit demotivierten
Mitarbeitern lässt sich kein hoher Qualitätsstandart halten, es
kommt zu Qualitätseinbrüchen.
- Der Führungsverantwortliche
muss mit diesen Misserfolgen umgehen, greift dabei auf bekannte Methoden und
Tools zurück (z.B. die berühmte "5B" Bedrohen, Bestrafen,
Bestechen, Belohnen, Belobigen; nach Sprenger, op. cit.)
Thesen
zum Thema "Durchbruch"
Ein Durchbruch sei es in psychischer, geistiger oder ökonomischer
Hinsicht ist eine diskontinuierliche Entwicklung, eine "Sprung"
, eine Entwicklung, zu deren Eintreten das Auftauchen neuer Qualitäten
erforderlich ist. Analog zum Quantensprung ist Energiezufuhr nötig, um
das System anzuregen.
Energiezufuhr
Die Arbeitsebene in Synergetik-Sitzungen ist die Gefühls- bzw. Energie-Ebene.
Darin liegt ein deutlicher Unterschied zu anderen, auf die psychologische Dimension
zielenden Therapieformen. Es ist wichtig, dass die beim Auftauchen innerer Bilder
beteiligten Gefühle erlaubt werden, also in Fluß kommen. Außerdem
ist es wesentlich, dass beim Arbeiten in veränderten Bewusstseinszuständen
Bewegung in der Dimension der Zeit möglich ist, und zwar nicht nur in die
Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. Die Relevanz zukunftsbezogener Aussagen
variiert je nach Tiefe der Bewusstseinslage und ist im Bereich von Wahrscheinlichkeiten
oder Handlungsoptionen anzusiedeln. Dies geht bis hin zu ganz konkreter Antizipation
zukünftiger Ereignisse und deren Folgen.
Zusätzliche
Voraussetzungen für einen Durchbruch:
- Fähigkeit zum erkennen des
richtigen Zeitpunktes (Selbstwahrnehmung; Intuition)
- Fähigkeit zum Loslassen (Stichwort:
Kontrolle/Kopf)
- Fähigkeit zum Annehmen (Stichwort:
Widerstand)
- Fähigkeit zum Vertrauen (Stichwort:
"Selbst")
- Fähigkeit, Chaos ertragen
zu können (Stichwort: Kreativität)
- Fähigkeit
zum Erkennen des richtigen Zeitpunktes
Mit zunehmendem Vertrautwerden im Umgang mit den eigenen inneren Bildern entsteht
auch eine Art innerer Dialog, durch den der Betreffende wieder in die Lage
versetzt wird, seine "innere Stimme" wahrzunehmen. Mit Hilfe dieser
inneren Stimme artikuliert sich das Unterbewusstsein und ermöglicht Zugang
zu Informationen, die anderweitig nicht zu erhalten sind. Die übliche
Bezeichnung für derartige Phänomene sind "Intuition" oder
die Feststellung, jemand habe einen "guten Riecher" für künftige
Entwicklungen.
- Fähigkeit
zum Loslassen, zum Vertrauen
Diese Fähigkeit ist eine Grundvoraussetzung für jegliche Entwicklung
und somit eine ganz wesentliche Voraussetzung für Lebendigkeit. Es gibt
die meines Erachtens wenig erfolgversprechende Möglichkeit, sie durch
einen Trainer in der äußeren Realität entwickeln zu lassen.
Dies hat den Nachteil, daß sich der Betreffende nur auf den Trainer
und nicht auf sein eigenes Selbst einlassen muß. Die geringere tiefe
dieses Lernvorganges erweist sich beim Transfer des Gelernten als Problem.
Erfolgversprechend ist es dagegen, in der eigenen Innenwelt, in der Konfrontation
mit dem eigenen psychischen Material diese Fähigkeit zu erwerben. Letzten
Endes läuft es immer darauf hinaus, die Kontrolle über alles Geschehen
durch den Intellekt aufzugeben und dem freien Fluß der eigenen Kreativität,
bzw. der Dynamik des eigenen Unbewussten, dem eigenen "Selbst" zu
vertrauen. Unter "Selbst" verstehe ich hier die Gesamtheit der psychischen
Aspekte (Bewusstes und Unbewusstes) eines Menschen.
Fähigkeit
zum Annehmen
Im Zusammenhang mit dem Loslassen der Kontrolle ist die Bereitschaft zum Annehmen
dessen, was sich zeigt, zu sehen. Diese Bereitschaft zum Annehmen dessen,
was ist, darf nicht mit Fatalismus verwechselt werden. Vielmehr ist es wichtig,
das Auftauchende als Realität anzuerkennen, um selbst anschließend
aktiv handelnd Veränderungsprozesse einzuleiten. Solange ein Mensch seine
Energie darauf ver(sch)wendet, das, was ist, nicht anzuerkennen, hat er keine
stabile Grundlage für den angestrebten Durchbruch. Die Energie, die in
derartigen Formen des Widerstands gebunden ist, fehlt dem Bewusstsein zur
Bewältigung der Anforderungen , die das Leben stellt. Je mehr Bereiche
von der Verdrängung der eigenen Realität betroffen sind, umso schlechter
ist es um die Handlungsfähigkeit eines Menschen in Bezug auf befreiende
Entscheidung bestellt, weil ihm einfach die nötige Energie fehlt.
- Fähigkeit,
Chaos ertragen zu können
Durch das Aufgeben des Widerstandes kann die eigene Realität sofort umfassender
wahrgenommen werden. Die nun nicht länger gebundene Energie steht dem
Bewusstsein wieder zur Verfügung. Durch das spezielle Verfahren in der
Konfrontation, dem Dialog und der Interaktion mit den inneren Bildern wird
per se eine Chaos erzeugt, welches sofort ein Höchstmaß an Beweglichkeit
beschert, weil die inneren Bilder von neuronalen Speicherungen erzeugt werden.
Jede Veränderungsarbeit an den inneren Bildern greift damit direkt auf
die Speicherebene im Gehirn zu und erklärt auf diese Weise die tiefgreifende
Wirksamkeit der Synergetik. (So werden zum Beispiel von tiefliegenden Ängsten
eine ganze Reihe Verhaltensweisen auf nachgeordneten Ebenen "definiert",
im unangenehmsten Sinne des Wortes.) Das dadurch ausgelöste Chaos ist
ein deterministisches Chaos im Sinne der modernen Physik, also ein Chaos,
welches als Vorstufe zu einer evolutionär höherwertigen Ordnungsform
anzusehen ist. In einem kreativen Selbstorganisationsprozess entsteht aus
Chaos höherwertige Ordnung.