| Die Klientin begegnet schon am Ende der Treppe einem
kleinen Mädchen, ca. 2 Jahre alt. Es kauert weinend in einer Ecke
unter der Treppe: Und die Klientin erkennt sofort: Das bin ich.
Kl. (weint) ....Sie hat ihre Arme schützend um sich, ist wieder geschlagen
worden. Tu mir nichts (lautes Weinen)
Th. Sag ihr, du kommst aus der Zukunft und willst ihr helfen, so was.......
Red einfach mit ihr.
Kl. Ich tu dir doch nichts....(Klientin redet liebevoll mit dem Mädchen)
Th. Schau mal, wie alt ist sie, das Kind in der Ecke?
Kl. Sechs vielleicht. Sie hat furchtbar viel Angst in den Augen.
Th. Dann spür mal, wie lange sie schon dort sitzt. Oder frag sie
mal.
Kl. Sie sagt, sie sitzt schon ewig dort, keiner hat sich je um sie gekümmert.
Sie glaubt gar nicht mehr daran, daß sie jemals da rauskommt.
Th. Dann sag ihr, du bist jetzt extra gekommen, um sie zu besuchen und
um sie da rauszuholen.
Kl. Ich will dir helfen, hier rauszukommen. Ich versprechs dir. (weint
)
Th. Guck mal, ob sie dir glaubt, ob sie dich annehmen kann. Lass deinen
Körper ruhig zucken, lass es geschehen.
Kl. Sie sagt, schön wärs. Sie kanns schon nimmer glauben.
Th. Ja, berühr sie mal ein bißchen, daß sie spürt,
daß du da bist.
Kl. Das ist sie gar nicht gewöhnt. Wenn man sie berührt, dann
schlägt man sie nur. .............
Th. Das ist überhaupt ein Wunder, daß sie solange überlebt
hat, so jahrzentelang. Sie muss ziemlich einsam gewesen sein auch.
Kl. (weint stark, was sie sagt, ist unverständlich.)
Th. Aber es kann sein, wenn du mit ihr in Kontakt gehst, kann sie vielleicht
wieder vertrauen, aufblühen.
Kl. Sie hat Hoffnung.
Th. Ja, genau. Sag ihr mal, was du spürst, was du wahrnimms, wie
es dir geht, wenn du sie siehst. Red einfach mit ihr.
Kl. (weint) …. Es tut mir leid, daß ich mich nicht um dich
gekümmert hab. Ich kanns, ich konnte es nicht. Ich wusste nicht,
wie. (Lautes Weinen)
Th. Zeig ihr ruhig deinen Schmerz. Sie soll sehen, daß das ehrlich
gemeint ist. Daß du ganz tief verzweifelt bist, wenn du sie siehst.
Guck mal, vielleicht erreichst du sie damit.
Kl. Sie nimmt jetzt meine Beine in den Arm. (Klientin weint laut heraus.)
Th. Das heißt, sie fängt an, dich zu trösten. (Kl. ja)
Sie ist doch stärker, als wir gedacht haben, nicht? (Kl. ja) Red
mit ihr, bleib in Kontakt mit ihr.
Kl. (weinend) Jetzt streichelt sie mich, danke, daß du trotz allem
für mich da bist. Daß du nicht aufgehört hast zu hoffen.
(Die Klientin weint laut und verzweifelt.) Ich wollte nicht so mit dir
umgehen, ich wollte das nicht.
Th. Ja, aber spür mal, was sie für eine Kraft haben muss. So
viele Jahrzehnte auszuhalten, und kaum merkt sie, du bist da, und sie
merkt, daß du Schmerz hast, dann streichelt sie dich. (lautes Weinen)
Spür das mal: Die ist ganz stark....... Schau mal, ob du ihr in die
Augen schauen kannst, ob du ganz tief Kontakt mit ihr aufnehmen kannst.
Sie muss ja eine ungeheure Power haben auch.
Kl. (weint immer lauter, Sprache unverständlich) .....ich hab mich
so streicheln lassen. Sie sagt: Wir schaffen das! Irgendwie geht es weiter.
Th. Sagt sie? (Kl. ja) Das heißt, sie macht dir sogar Mut?
Kl. (unverständlich, dann:) Sie sagt, sie hats mitgekriegt.
Th. Sie hat dein ganzes Leben mit verfolgt. Sie konnte dir wahrscheinlich
gar nicht helfen. Frag sie mal, ob sie immer da war, alles mitbekommen
hat, wie es dir ging, und mit dir in Verbindung war. Frag sie mal.
Kl. Hast du den ganzen Mist mitgekriegt? Sie sagt ja, deshalb ist sie
mir aber auch nicht böse. (Oh ja) Sie weiß, daß ich nicht
anders konnte.
Th. Sie hat ein ganz tiefes Verständnis für dich.
Kl. Sie sagt, einmal haben wir es ja noch versucht, uns aufzulehnen, aber
es gab nichts als Schläge. Wir waren das Essen nicht mehr wert. Und
der Vater war immer feige, hat sich nie vor uns gestellt.
Th. Sag ihm das mal, hol ihn mal herbei. Lass den Papa mal auftauchen.
Kl. Ich hab immer gedacht, du wärst was Positives in meiner Kindheit.
Das warst du nicht, du hast mich im Stich gelassen. Du hast dich nur nachts
in mein Bett geschlichen und hast gesagt, es tut dir leid, was Mutter
mit mir macht. (Th. ja) Du hast dich nie getraut, dich gegen das Weib
aufzulehnen (Th. ja!) .
Th. Und zeig dem Papa auch dieses kleine Mädchen, diese Zweijährige,
die da kauert und Angst hat. Sie hätte den Papa nämlich gebraucht!!
Zeig ihm das!!! Er soll es richtig sich anschauen.
Kl. .......du hast mich im Stich gelassen, und dann bis du morgens ins
Geschäft gegangen und abends spät wiedergekommen. Und dan ganzen
Tag war ich der Mutter ausgeliefert, und alles war dir wurscht! (Th. ja)
Ich hasse dich!!! (laut weinend) Ich hasse dich!
Th. Ja, sags ihm ruhig! Das ist gut!
Kl. Ich hasse dich!!!
Th. Das muss er wissen!!!
Kl. (verzweifeltes, nicht endendes Weinen) Ich hab versucht, dir jeden
Wunsch von den Augen abzulesen. Aber trotzdem, du warst nie für mich
da. Ich bin so enttäuscht.
Th. Guck mal, wie er guckt, ob er das wahrnehmen kann. Ob dein Papa das
wahrnehmen kann, dein Papa von damals, wie der reagiert.
Kl. Er ist völlig betroffen.
Th. Ja, das ist gut. Der soll mal ruhig betroffen sein.
Kl. Du wusstest nie irgendwas. Ich habs versucht, dir zu erzählen,
als sie mich so furchtbar verdroschen hat und gar nicht mehr aufgehört
hat. Da ist nie was passiert, aber du wusstest das, und es ist nie was
passiert. (Th. ja) Du hast selber gesagt, die ändert sich nie.
Th. Und du hättest seinen Schutz gebraucht. Er hätte für
dich dasein müssen. Sag ihm mal sowas. Er hätte für dich
dasein müssen. Er hätte Papa sein müssen. Ein Papa muss
seine Kinder schützen. Er muss es wissen.
Kl. Ich habs mir so gewünscht, daß du einmal für mich
da wärst. Daß du dich einmal vor mich hinstellst und sagst:
Nein, und du schlägst sie nicht mehr. (‘Th. ja) Waschlappen!
Ich kleiner Fratz musste dich noch in Schutz nehmen. (Th. ja) Damit war
ich doch völlig überfordert. ....er sagt, es tut ihm leid. Das
ist wieder typisch (verächtlich:) Es tut ihm leid.
Th. Glaubst du es ihm?
Kl. Damit machst du nichts ungeschehen.
Th. Spür mal, ob du es ihm glaubst. Und sags ihm ruhig.
Kl. Das klingt für mich so oberflächlich.
Th. Sags ihm! Genau! Wahrscheinlich ist das ne Masche, um damit klarzukommen.
Wahrscheinlich will er gar nicht wirklich.
Kl. Du willst dich wieder mit niemand anlegen. Sagst jetzt, es tut dir
leid, weil du denkst, daß ich das erwarte von dir. Ich erwarte von
dir, daß es dir wirklich leid tut.
Th. Ja, er soll sich mal dieses kleine Mädchen angucken, von zwei
Jahren, das da hockt in der Ecke, voller Angst, in der Ecke. Guck mal,
ob ihn das erreicht, ob ihn das berührt.
Kl. Siehst du, wie allein ich war? Wie verdammt alleine??? All die Jahre!!!
So klein, und schon so kaputt!!! (Th. ja) Du hättest irgendeine Lösung
suchen müssen und nicht ich.
Th. Irgendwas hätte er machen müssen. Guck mal, ob ers einsehen
kann, ob ers wahrnehmen kann, ob er betroffen wird. Guck mal hin, ob ers
wirklich nur so oberflächlich meint, oder ob du ihn erreichst jetzt.
Kl. Er kommt jetzt mit Erklärungen, daß er auch so eine Scheiß-Kindheit
hatte , und daß er es sich auch anders gewünscht hätte.
Th. Wenn er auch solche Scheiß-Kindheit gehabt hat, dann weiß
er auch , wie das ist. Dann ist er sogar Experte für Scheiß-Kindheit,
gerade deshalb hätte er dir helfen müssen!!! Das ist eine dumme
Ausrede! Frag ihn mal: Wenn er das jetzt alles so sieht, ob er j e t z
t wenigstens bereit ist, dir zuhelfen. Frag ihn mal, dann siehst du es
ja.
Kl. Wenn ich ihn so sehe, ich traue ihm das heute noch nicht zu.
Th. Das kann ja sein, aber frag ihn mal, ob er bereit ist jetzt, dir zu
helfen. Jetzt bereit ist, diesem kleinen Mädchen zu helfen, sich
vor es zu stellen. Er ist der Papa von dem Mädchen. Frag ihn mal.
Wir wollen sehen, wie er reagiert, wir wollen das rausfinden.
Kl. Kannst du dir heute vorstellen, für mich da zu sein, mir ein
bissle Hilfestellung zu geben? Ich weiß, du hattest auch keinen
Vater. Aber ich hatte auch nicht wirklich einen. Und ich denk manchmal,
so wie du: Da und doch nicht da, ist schlimmer als wirklich keinen Vater
zu haben. (Th. ja) Du wolltest immer Heile Welt, aber es war alles andere
als Heile Welt. (Th. ja) Bitte, hilf mir heut. Es kann so nicht weitergehen.
Th. Genau. Guck mal, ob du ihn erreichst, wenn du ihm das so ehrlich sagst.
Kl. (Durchs Weinen unverständlich, dann: ) Er sagt, sie hat doch
das Geld in die Ehe gebracht. Ich durfte doch nicht aufmucken. Hör
doch endlich auf mit den Ausreden, Papa.
Th. Genau, aber jetzt sieht er, was er gemacht hat. Und frag ihn mal,
ob er j e t z t sich vor das kleine Mädchen hinstellen würde
und es beschützen würde. Frag ihn mal, j e t z t . Wir wollen
mal rausfinden, ob er es ehrlich meint. Frag ihn mal. Bring ihn mal auf
den Punkt.
Kl. Er sagt, er wills versuchen.
Th. Ja, aber dann muss er mal mutig sein.
Kl. unverständlich
Th. Es gibt nur Ja oder Nein. Frag ihn: Ja oder nein? Hilft er dir jetzt?
Ja oder Nein? Wenn er dir hilft, riskiert er alles. Das muss er wissen.
Kl. Er schwankt immer noch ein bißchen.
Th. Bring ihn auf den Punkt. Forder ihn ein, Ja oder Nein? Wir haben ihn
jetzt, jetzt ist er da.
Kl. ....soviel Elend jetzt. Du musst doch mal wagen, gegen sie anzutreten.
Th. Wir holen die Mama von damals, und er muss gucken, ob ers hinkriegt.
Frag deinen Papa, den Papa von damals, ob er bereit ist, dieses kleine
Mädchen von 2 Jahren, das in der Ecke sitzt, ob er bereit ist, das
zu schützen. Darum geht es, Ja oder Nein? Er sieht ja, was er angerichtet
hat, ok, aber er kriegt jetzt ne neue Chance.
Kl. (gefasster) Papa, du m u s s t es jetzt, bitte!
Th. Guck , was er sagt, Ja oder Nein, will ers probieren?
Kl. Ja, er will es versuchen. (Th. Mm) Aber versuchen, das ist schon wieder
so abgeschwächt. Dann ist sie wieder stärker, und dann macht
er wieder nen Rückzug.
Th. Jajaja, er muss es nicht nur versuchen! Er muss es tun!
Kl. Er sagt, ja, ich wills versuchen.
Th. Ok, und wenn er alles riskiert, alles, was er hat und auch sein Leben,
bring ihn auf den Punkt, jetzt hat er noch mal ne Chance. Vielleicht kann
er was gutmachen, wir gucken.
Kl. Du hast mir schon so vieles versprochen, alles wird gut. Und jetzt
hast du die Chance, was dazu beitragen, bitte, bitte tus. Machs endlich.
Nicht ewig die leeren Worte.
Th. Er soll das kleine Mädchen angucken und spüren, ob es sich
dafür rentiert. Für seine Tochter, die 2 Jahre alt ist, Angst
hat, geschlagen zu werden. Ob er als Vater in der Lage ist, dazwischen
zu gehen und zu seiner Frau zu sagen: Stop! Das ist das, was er hinkriegen
m u s s ! Und das soll er probieren, Ja oder Nein. Wenn nicht, schicken
wir ihn in die Wüste, oder zum Trainingslager oder was auch immer.
Kl. (unverständlich , Th. und Kl. lachen.)
Th. Jetzt kommt er nicht mehr davon! Jetzt ist er dran!
Kl. Jetzt kommt so ein gedehntes “Ja, ok”, wenns sein muss,
ist immer noch so der Unterton. Ja, es muss sein, verdammt noch mal, es
muss sein.
Th. Vielleicht berührt es ihn, daß es um sein Kind geht, um
seine Tochter geht, die er so geliebt hat. Offensichtlich wollte er dieses
Kind doch. Er solls sich mal angucken, dieses kleine Mädchen, was
da in der Ecke sitzt.
Kl. Er schleicht sich gerade an sie ran, aber sie wehrt wieder ab. Denn
wenn die Mutter weg ist, dann traut er sichs immer, sie zu berühren,
sonst nie.
Th. Ok, wärst du denn auch bereit, dieser kleinen D. zu helfen?
Kl. Ja
Th. Ok , ok, dann setz dich doch mal auf. Wir rufen jetzt deine Mama mal
und gucken, ob sie mit dem kleinen Mädchen was macht. Und dein Papa
steht auch dabei. Er hat ja versprochen, einzugreifen und stop zu sagen.
Ruf deine Mama mal herbei, ganz aktiv. Sag mir mal, wie sie kommt, wie
sie aussieht, was sie sagt.
Kl. Sie sagt: (weinend und in grobem Ton) Du machst schon wieder Scherereien,
gib endlich Ruhe.
Th. Vielleicht sagst du ihr jetzt sowas wie: Sie soll das Kind in Ruhe
lassen und nicht mehr schlagen . Forder sie ein!
Kl. Lass mich los, lass mich jetzt endlich in Ruhe! (laut weinend) Ich
bin so klein und........, lass nicht deinen Frust aus an mir!
Th. Ok, und hilf mal dieser Kleinen da als heutige D., die schafft das
vielleicht nicht alleine.
Red mal als heutige D. mit deiner Mama (schlägt mit Dhyando hart
auf den Boden) und sag ihr: Lass das Kind in Ruhe, du schlägst sie
nicht noch mal!
Kl. (schlägt und weint, Worte unverständlich.)
Th. Ja! Und hol deinen Papa herbei, der soll jetzt mithelfen. Er soll
auch mal Stop sagen, Nein sagen! Guck mal, ob ers macht, forder ihn mal
ein! (schlägt wieder animierend)
Kl. Papa!! Sag ihr endlich, daß es so nicht geht.
Th. Ja, sag ihm, sie soll aufhören damit, sag es ihm ganz klar. Schau,
was sie macht.
Kl. Hör endlich auf!! (wieder schlagend) Du willst mich kaputtmachen.
Th. Ja, und guck mal, ob du sie jetzt einfordern kannst. Ja, genau!!!!
(Therapeut und Klientin schlagen, aus der Gruppe kommen Anfeuerungen.
Laute heftige
Musik unterstützt. Auch die Gruppe schlägt. )
Th. Auch dein Papa soll mithelfen! Guck ihn an.
Kl. Ich hab nie zurückgeschlagen, ich wollt es so gern!
Th. Jetzt hast du zurückgeschlagen, jetzt hast du zurückgeschlagen.
Kl. Ich hab auch nie geweint, wenn du mich verdroschen hast. Ich hab immer
so getan, als macht es mir gar nichts aus. Du blöde Kuh! Du weißt
gar nicht, was du mir angetan hast.
Th. Du spürst jetzt noch die Schmerzen. Zeig ihr deine Verzweiflung,
sie soll sehen, was sie mit dir gemacht hat. Mach sie richtig betroffen.
Die soll richtig sehen, was sie gemacht hat. Die soll das nie wieder machen!
Bleib im Kontakt mit deiner Mama.
Kl. Sie sagt, das wollt sie nicht.
Th. Ach, das wollt sie nicht? Aber sie hat zugeschlagen, sag ihr das!
Kl. Und jahrelang, jahrelang.....war das die Hölle!
Th. Genau, da soll sie jetzt mal sehen, was sie gemacht. (Therapeut animiert
die laut weinende Klientin immer wieder zum Schlagen, indem er seine Worte
mit dem Dhyando unterstreicht.)
Kl. Ich bin mit 2-1/2 in den Kindergarten ausgebüxt, ich wollte nicht
bei dir bleiben. (Th. ja!) Aber du hast gesagt, du bist zu klein, du darfst
noch nicht. Ich wollte weg von dir, ich wollte nur weg von dir! (Anfeuerungen
und Schlagen aus der Gruppe)
Th. Und guck mal, was dein Papa jetzt macht, ob er sich auch traut zu
schlagen, wenn sich so viele trauen..
Kl. Er hat mitgemacht, solange hat er gebraucht, alter Feigling!
Th. Solange hat er gebraucht, aber er tut jetzt die ersten Schritte. Und
guck mal, wie ist das für deine Mama? Selbst der Papa stellt sich
jetzt vor das kleine
Kind. Guck mal hin.
Kl. (unverständlich) Sie sagt jetzt, mir tuts leid. Mir tuts auch
leid, Mutter, verdammt! Immer wieder habe ich versucht, deine Liebe zu
kriegen. Manchmal hab ich dir heimlich was unter der Bettdecke versteckt,
und du hast gesagt, du willst es nicht. Du wolltest mich nie. (weint wieder
stärker) Ein Leben lang! Oh, Gott!
Th. Frag sie mal ganz direkt: Wolltest du mich wirklich nie? Und dann
soll sie Ja oder Nein sagen, guck mal hin. Und bring sie mal auf den Punkt,
jetzt haben wir sie grade da. Jetzt ist sie grade betroffen, jetzt ist
sie grade ehrlich. Frag sie mal ganz direkt.
Kl. Sie sagt, früher wollt ich dich wirklich nicht, aber als Erwachsene
konnt ich dich gut brauchen.
Th. Ok, wie ist das für dich? Sags ihr, antworte ihr.
Kl. (...unverständlich, die Klientin redet anscheinend von ihrem
Bruder: ) Er war immer so toll der Große, und ich war immer dann
der letzte Dreck. Aber dann, als du Hilfe brauchtest, da war ich da. Bis
zu meiner Diagnose hab ich dich versorgt, hab ich eingekauft und nach
dir geguckt, und er überhaupt nie.
Th. Sag ihr ruhig, daß du Brustkrebs bekommen hast, mach sie ruhig
betroffen weiterhin.
Kl. Ich hab Brustkrebs gekriegt. Und du weißt, ich rauche nicht,
ich trinke nicht, ich ernähre mich gesund. Ich sag dirs, daß
du daran schuld bist, verdammt noch mal!
Th. Dann fragen wir sie ganz direkt, ob sie schuld ist. Sie weiß
das nämlich. Und guck, ob sie Ja oder Nein sagt. Guck mal, ob sie
mit Kopf nickt oder schüttelt. Frag sie mal: Bist du schuld an meinem
Krebs? Frag sie mal ganz konkret, guck mal hin.
Kl. Bist du schuld an meinem Krebs?
Th. Guck, was sie macht.
Kl. Sie nickt tatsächlich. Ich dachte, sie streitet es ab.
Th. Mmm, das ist ein Innenweltbild und das weiß ganz genau, wie
das zusammenhängt. Die Innenweltbilder sind verdammt ehrlich.
Kl. Sie hört gar nicht mehr auf zu nicken. (Lachen aus der Gruppe
von allen Seiten)
Th. Jetzt haben wir sie! Jetzt haben wir sie!
Kl. Nickst hier blöd rum! Du wusstest auch all die Jahre, was du
mir antust! (Th. ja!) Verdammt noch mal, warum! Verdammt noch mal, ich
will eine Erklärung dafür. Ich kann doch nichts dafür,
daß ich geboren bin. Und wenn du abgetrieben hättest, aber
selbst dazu bist du zu dumm!!
Th. Lass sie mal antworten. Guck mal, was sie sagt.
Kl. Solche Frechheit, sie sagt, das konnte man ja nicht ,...................
Th. Sonst hätte sie es gemacht.
Kl. Du bist so ein Biest! So eiskalt. (Th. ja) Und ich bin so blöd
und guck nach dir und heul nach deiner Liebe. Von sowas will ich ja gar
nicht geliebt werden. Ich kann ja selbst nicht richtig lieben, habs nie
gelernt. (schmerzliches Weinen) Du hast mich nie in den Arm genommen,
nix!!! Immer nur geprügelt. Ich war magersüchtig, ich wollt
nicht mehr essen, ich wollt nicht mehr leben.
Th. Ok, sag ihr alles, was hochkommt. Das ist prima, jetzt muss sie zuhören.
Jetzt ist sie grad betroffen, jetzt muss sie hinhören.
Kl. Sie sagt .......( Lautes Weinen) Ich war doch ein kleines Kind. ...............
Du warst immer nur beleidigt, gekränkt. Ich war doch noch ein kleines
Kind. Du hast mir den Lebenswillen gebrochen. Aber ich werds dir trotzdem
zeigen, ich leb immer noch gerne. (Lachen von allen Seiten)
Th. Und hast noch deinen Trotz, du hast es überlebt. Du hast es geschafft.
Das beste Überlebenstraining, was es wahrscheinlich je gab.
Kl. Aber darüber bin ich so unendlich traurig. Ich bin fünfzig
und fühle mich wie ein Baby. Mir fehlt alles! (Th. ja) Ich hab immer
nur funktioniert.
Th. Ok, jetzt guck mal, wie sie reagiert, nachdem sie das alles gehört
hat. Guck mal hin. Erreichst du sie damit? Hast du das Gefühl, du
erreichst sie damit?
Kl. Jetzt kommen auch wieder Ausreden. Sie hatte auch so ein schlechte
Kindheit.
Th. Aja, jeder schiebt es auf die Kindheit. Ok, guck mal deinen Papa an,
was macht der jetzt? Steht er noch auf deiner Seite, näher bei dem
Kind?
Kl. Der ist erleichtert. Er sagt: Klasse, daß du dich traust, das
zu sagen. Aber das ist auch wieder typisch, ich muss wieder vorpreschen.
Er traut sich nicht.
Th. Es ist schon irre. Dein Papa freut sich, daß du Widerworte hast,
obgleich er ja zu dir halten müsste. Er müsste auf deiner Seite
sein, ja! Aber es ist trotzdem der erste Schritt. Sag ihm sowas wie: Es
ist toll, daß er jetzt anfängt, dem kleinen Mädchen zu
helfen. Anscheinend musst du deine Eltern auch noch erziehen, ihnen was
beibringen. Ok, guck mal, wie das für dich ist, daß er doch
einen kleinen Schritt gemacht hat.
Kl. Er freut sich über sich.
Th. Er freut sich über sich. Naja, jeder so gut, wie ers kann. (Lachen
von allen Seiten.)
Kl. Für ihn ist das schon ein Riesenschritt ...
Th. Naja, es ist die richtige Richtung.( Wieder lautes Lachen) Ok, was
macht deine Mama, wenn sie das so sieht? Ich meine, da ist das kleine
Kind, da ist dein Papa, da bist du...
Kl. Nee, das glaub ich jetzt nicht! Ihr tränen die Augen, das hab
ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen.
Th. Sags ihr ganz direkt.
Kl. Ist das jetzt Schauspielerei oder ist das echt? Du und Tränen
in den Augen, das hab ich ja gar nie erlebt! (Th. ja) Du bist doch hart
wie ein Eisklotz. (Th. ja) Sie behauptet, das sind ja auch nur so Worte.
Th. Kann das sein, daß sie auch immer alles so weggedrückt
hat, weggesteckt hat?
Kl. Jetzt kommt sie auch wieder mit dem Krieg, was alles nicht möglich
war, oder so.
Th. Ja, aber gerade deshalb müsste sie besonders gut für dich
da sein. Sie weiss, was das heißt: Schmerz, Kleinsein.
Kl. Du hast mir immer vorgejammert, wie deine Mutter deinen Bruder immer
vorgezogen hat. Und dann bist du so blöd und machst dasselbe wieder!
Th. Ja, genau.
Kl. Sie sagt, deshalb wollt sie kein zweites Kind, damit sie in den Konflikt
nicht kommt. Ja, toll!
Th. Das heißt, es ging eigentlich gar nicht um dich, sondern um
ihren Konflikt, den sie nicht meistern konnte.Weil sie Angst davor hatte.
Das heißt, eigentlich hatte sie gar nichts gegen dich, sie hat nur
Angst vor ihren Konflikten gehabt. Frag sie mal.
Kl. Ja, da nickt sie jetzt, ja.
Th. Ok, frag sie mal, ob das ehrlich ist. Guck mal, ob sie nickt oder
mit dem Kopf schüttelt. Wir bringen sie auf den Punkt jetzt.
Kl. Ist das jetzt eine faule Ausrede oder ist das tatsächlich so?
Th. Guck mal, was sie sagt.
Kl. Sie sagt, sie wär furchtbar eifersüchtig auf mich gewesen,
weil sie bei meinem Vater abgemeldet war, von dem Tag an, als ich auf
die Welt kam. Weil ich nach der Geburt sein....................... Das
hast du mir auch schon so oft erzählt, du blöde Kuh, hättest
du mir doch deine Hand hingestreckt. Ein Baby greift nach allem, und wenn
es ein Bindfaden ist. So ein blödes Geschwätz!! Und spielen
wolltest du mit mir auch nicht. (Th. ja) Du hast mich von Anfang an gehasst!
Wie kann man sagen, ich wollt kein zweites Kind, wenn es da ist, muss
man sich wohl neu arrangieren. Du hättest mich wirklich im Bad ersäufen
können, du blöde Henne!
Th. Guck mal zu dem kleinen Mädchen von außen, D., guck mal
, von heute, wie ist die jetzt mit 2-1/2 Jahren, guck mal
Kl. Die strahlt (boa), die strahlt.
Th. (lachend) Die strahlt! Ja!
Kl. Jaa! Weiter! Gibs ihr!!! (Lachen aus der Gruppe: Ja!) Noch ne Runde
Dreschen? (Alles lacht, schlägt und tobt) Weiter, gibs ihr!! (Lautes
Getöse, Worte unverständlich) Die Kleine wächst.
Th. Wow!! Guck mal, wie alt die jetzt ist.
Kl. Acht!
Th. Acht ist sie jetzt? Wow, jetzt hat sie Power!
Kl. (leider nur Bruchstücke)....wächst die weiter..........der
Mutter...
Th. Wow! Guck mal, was der Papa jetzt macht; der muss ja schon fast stolz
auf sein Kind sein. Das ist ja vorgegangen.
Kl. Hättest du damals zu mir gehalten, dann wär alles anders
gekommen. Du bist ein fürchterlicher Feigling. Dafür verachte
ich dich! Gaaaanz tief!
Th. Ok, jetzt lass mal deine Männer auftauchen und guck mal, wer
auftaucht, ob da was Ähnliches ist. Wer taucht auf, wer ist es?
Kl. Mein Mann.
Th. Dein Mann. Red mit ihm, ganz direkt.
Kl. Du hast mich ja auch nur ausgenutzt. Du wusstest so genau, was bei
mir daheim gelaufen ist. (Th. ja) Du hast das ausgenutzt, du hast mich
so gekrallt nach meiner Therapie damals. (Th. ja) Du wusstest, ich war
am Boden.
Th. Genau wie der Papa mit dem kleinen Kind damals, was sich nicht wehren
kann. Hat der Typ dich abgegriffen und hat auch Papa gespielt für
dich. Und war nicht für dich da.
Kl. Und all die leeren Versprechungen: Ich wünsch mir ein Kind mit
dir, oh mein Gott! Und als ich schwanger war: Ich war Einzelkind, Mamas
Liebling, da warst du eifersüchtig. (Th. ja)
Du bist mit mir soo umgegangen, hast mir das alles so verübelt. Du
bist mit S. so bös umgegangen.
Th. Ja. Stell mal deinen Mann und deinen Papa nebeneinander. Guck die
einfach mal an. (Kl. unverständlich) Ja, sprich sie an, red mit beiden
gleichzeitig, das spart ne Menge Therapie gleichzeitig! (Gruppe lacht,
Klientin und Therapeut lachen mit.)
Kl. Mit euch beiden kann man wirklich nicht leben! Warum wart ihr nie
Mann? (Th. ja) Nie Manns, nach euch selbst zu gucken? Warum musste ich
das?? (Th. ja, Gruppe verstärkt: ja!!)
Ich war als kleines Mädchen überfordert, Papa, nach dir zu gucken,
dich zu schützen.
Th. Das ist auch nicht deine Aufgabe.
Kl. Und du, XY, hast das so schamlos ausgenutzt! Pfui Teufel!! Ich gönns
dir, daß du dich krank gesoffen hast. Du hast es nicht anders verdient.
Th. Ja, ist auch nie Mann geworden, ist nie seinen Weg gegangen, nie seine
Schwächen bearbeitet.........
Kl. Ich musste deine Mutter ersetzen. Du warst auf nem Sockel, und deine
Mutter war zu alt und zu krank. Und da durfte ich dich anbeten, pfui Teufel!
Dir die Wünsche von den Augen ablesen. Du hast behauptet, du liebst
mich. (Th. ja) Und wie es mir ging, war dir scheißegal!! Und zu
dem Haufen kommt grad der Dritte im Bunde, passt auch mein jetziger Lebensgefährte
dazu.
Th. Der passt. Red mit ihm weiter!
Kl. Die nächste Mama, wieder die Mutterposition. Die Mutter, die
ich nie hatte, musste ich für euch Drei sein. Verdammt noch mal!
Th. Ja! (schlägt animierend mit dem Schlagstock auf den Boden.)
Kl. Sucht sie euch, wo ihr wollt. Ich nehme mir jetzt selber.......................
Th. Machs ihnen mal ganz klar den beiden. (Kl. schlägt, Gruppe und
Th. feuern wieder an.) Ok, Guck mal hin, wie die 3 Männer jetzt aussehen.
Kl. Die sind alle drei betreten.
Th. Sag ihnen mal ganz klipp und klar: Die sollen jetzt für sich
selbst sorgen. Die sollen erst mal Mann werden, sollen erst mal Papa werden,
ihrer Aufgabe gerecht werden. Forder das mal richtig ein: Die müssen
das jetzt mal (schlägt wieder auf den Boden.) kapieren!!!
Kl. Werdet ihr mal selber erwachsen! Ich hab es so satt, Mutter für
euch sein zu müssen. Ich kann nicht mehr! Und ich will nicht mehr!
Th. Ja!! (Klientin schlägt und schimpft, Gruppe macht mit. Laute
Musik unterstützt..) Guck mal, wie die Drei sich verändern.
Kl. Die Kleine wächst gerade. (Einiges unverständlich, dann:)
Das hättet ihr euch auch nicht träumen lassen, daß Klein-Doofi
so aufmuckt.
Th. Die Zeit ist vorbei. Sags ihnen ruhig mal: Die Zeit ist vorbei!
Kl. (mit Kinderstimme, anscheinend als Kleine) Ätsch!!! Die Zeit
ist vorbei! Ätsch!!!
Th. Genau, genau so soll sie sein: Klein und frech und voller Power! So
muss es sein.
Kl. Das hättet ihr nicht geglaubt, daß sie sich sowas traut.
Das macht ihr solchen Spaß! (Johlen und Klatschen aus der Gruppe.
Worte der Klientin unverständlich, offensichtlich belustigend, denn
es wird immer wieder laut gelacht, auch von Klientin und Therapeut.)
Th. Sehr schön!!!
Kl. Macht ihr aber Spaß!!! (Atmet mehrmals tief und erleichtert
durch.)
Th. Ok, schau dich mal um. Schau sie alle noch mal an: Deine Mama, deinen
Papa, die zwei Männer da. Sei mal die D. von heute, und das kleine
Mädchen, das ist da auch noch. Guck mal, wie es sich anfühlt,
anschaut, wenn du rumschaust. Und dann sag ihnen ruhig, was du sagen möchtest.
Kl. (stolz) Wir zwei stehen jetzt als Team da, die Kleine und ich. Sie
ist noch aufgeregt, aber........................
Th. Ja, sag ihr auch sowas wie: Du bleibt immer bei ihr, hilfst ihr immer,
bist immer auf ihrer Seite. Denn es ist dein Inneres Kind. Sag ihr sowas
mit deinen Worten.
Kl. (im Brustton der Überzeugung) Wir zwei, wir müssen ab sofort
immer zusammenhalten, uns nie mehr aus den Augen verlieren. Ich will versuchen,
dich nie mehr in die Ecke zu schieben.
Th. Sag einfach: Ich tus.
Kl. Und wenn ja, dann wehr dich!! (Th. ja) Und die, die sind jetzt alle
in die Knie gesackt, kauern da. Das hätten die nie gedacht, daß
ich mal auf den Tisch hau.
Th. Ja, und frag mal die Kleine, wie sie das findet, daß sie jetzt
eine ganz tolle, große und starke D. bei sich hat, die sie aus dem
Keller rausgeholt hat, wenn du so willst. Und frag sie mal, ob sie dir
glaubt, daß du jetzt an ihrer Seite bleibst. Frag sie ruhig mal,
ob sie dir vertraut. Hör mal, was sie sagt.
Kl. Sie sagt, sie kennt mich, daß ich sehr schnell wieder ins Zweifeln
komme. Ich weiß das auch, Kleines, aber ich bleib dran, ich versprechs
dir, ich bleibt dran. Ich weiß ganz genau: So kanns nicht weitergehen!
Th. Ok, dann frag sie mal, ob sie dir helfen würde. Wenn du ins Zweifeln
kommst, wieder runterrutscht. Ob sie dich dann am Ärmel zupft oder
was auch immer. Dich daran erinnert, daß es sie gibt. Frag sie mal,
ob ihr euch nicht beide gegenseitig helfen könnt. Bis das klar ist.
Kl. Sie sagt, was glaubst du denn, wer dich so geboxt hat, daß du
jetzt hier auf der Matte hockst??!! (Lautes Lachen aus der Gruppe, untermalt
von Schlägen.
Kl. dann weiter zur Kleinen:) Ich wollte ja gar nicht. Danke!!!
Th. Na, das ist ne Aussage!!
Kl. Du spürst es, wenn du wieder in ne falsche Richtung gehst: Ich
box dich!!! (tiefes Durchatmen) Ich bin dir unheimlich dankbar dafür.
(Th. ja) Ich bin froh, daß du mich nicht im Stich lässt trotzalledem,
daß ich dich so lange vernachlässigt hab. Ich kanns kaum fassen.
Ich bin so dankbar. Bitte wehr dich. Bitte melde dich. Schubs mich!
Th. Ja, das bist du auch, das ist deine Quelle.Das bist du auch, im tiefsten
Innern bist du das Kind. Du warst das, du bist da groß geworden.
Das ist deine Quelle, deine Lebendigkeit. Das ist ganz, ganz wichtig.
(Wieder tiefes Durchatmen der Klientin) Ok, jetzt gehen wir mal an die
Mama. Jetzt guck mal, ob sie bereit ist, das zu akzeptieren, wie es jetzt
ist. Ob sie sich vielleicht sogar entschuldigt oder so, frag sie mal.
Kl. Sie guckt grad ganz ehrfürchtig und sagt: Das hätte ich
mich mal trauen sollen meiner Mutter gegenüber.
Th. (mit leicht boshaftem Unterton) Ach, das können wir noch nachholen.
(Alles lacht laut) Das können wir auch nachholen. Sie hat ja jetzt
gemerkt, wie es geht.
Kl. Du lebst ja noch....
Th. Dann machen wir das mal, mal in der Familie aufräumen.
Kl. (nur teilweise verständlich) .........du heulst doch nur......du
hälst doch deine Männer auch nicht aus. So daß das auch
mit Auslöser war, daß der XY so bös zu mir war. ............Damit
machst du mich wieder so wütend, damit machst du dich immer so hilflos,
und ich bin wieder verpflichtet, mich um dich zu kümmern. Aber: Aus
und vorbei!
Th. Ja. (schlägt wieder animierend auf den Boden), sag mal Nein!
Kl. (schlägt mit) Guck nach dir selber!! Nicht mehr ich.
Th. Ja!!! Und wenn es ihr wirklich leid tut, dann soll sie sich jetzt
entschuldigen. Soll sich der Kleinen gegenüber entschuldigen. Forder
sie auf und guck mal, ob sie es wirklich tut.
Kl. Als Erstes kommt: Du weißt doch: Das Wort Entschuldigung gibt
es in meinem Sprachschatz nicht.
Th. (wieder leicht boshaft, lachend) Ach, dann üben wir das jetzt
ein bißchen. Das ist kein Problem. (schlägt dazu, Klientin
schlägt mit)
Kl. Und leider kenn ich das Wort auch nicht, woher soll ichs dann kennen?
Du bist a u c h schuld!!!! Verdammt noch mal. (Th. ja, genau) Du kannst
deutsch, du kriegst das Wort raus. (Lachen, Schlagen von allen Seiten)
Th. Und wenn nicht, wird es Zeit, in der Familie das Wort jetzt mal zu
lernen. Und sogar zu spüren, was das heißt. Vielleicht kann
sie dadurch auch ein bißchen loslassen: Wenn sie so voller Schuld
selbst ist, tut es ihr ja auch gut, wenn sie sich mal entschuldigt. Das
hat ja seinen Sinn auch.
Kl. (nun auch leicht boshaft) Geht gaaanz leicht. (Klientin bringt nun
das Wort in Silben und im Takt mit Schlagen heraus:) Ent - schul- di -
gung!!! (Die Gruppe unterstützt.) Sie sagt: Es tut mir ja leid! Hör
auf!
Th. Guck, ob du ihr glaubst, darum geht es. Ist das ehrlich? Bring sie
auf den Punkt. Guck mal hin.
Kl. ......wie lang das dauert, und du weißt warum...............
Th. (mit Nachdruck) Guck sie an, und sie soll ganz ehrlich sagen: Es tut
mir leid, ich spür, was ich falsch gemacht hab, und ich bin betroffen.
Sie soll irgendwas sagen, daß du sehen kannst, daß es wirklich
angekommen ist. Um das geht es. Und sie kriegt die Chance, daß es
ihr leid tut. Das ist toll, sie kann auch ein Stückchen Schuld loslassen,
vielleicht seufzt sie dann weniger. Sie hat ne Chance jetzt! Es geht gar
nicht um dich jetzt. Sie soll sich selbst entschuldigen, heißt das
ja auch. Mach ihr das mal klar.
Kl. Red nicht ewig um den heißen Brei rum, sag: In den letzten Jahren
war es ja gut, daß du da warst, da konnt ich dir vieles abnehmen.
Als Kindfrau, als Putzfrau konntest du mich brauchen, aber angenommen
hast du mich nie. Du hast mich bis heute nie in den Arm genommen............gar
nie!!!! Ja, sie senkt die Augen, sagt: Entschuldigung.
Th. Spür mal, ob das für dich echt ist. Und dann sags ihr, wenn
es echt ist.
Kl. Es fällt mir so schwer, dir was zu glauben,so verdammt schwer.
Du hast alles kaputt gemacht. Warum soll ich Vertrauen haben zu dir, dir
ein Wort zu glauben. (Th. ja) Papa hat ja auch immer gesagt, du lügst,
wenn du den Mund aufmachst.
Th. Deshalb spür genau hin, lass dich nicht zum Narren halten, veräppeln
oder was auch immer. Guck hin, ob sie es ehrlich meint. Und wenn du das
Gefühl hast, das ist ehrlich, dann sags ihr. Und wenn du das Gefühl
nicht hast, dann sag ihr: Das ist nicht in Ordnung. Stimmt nicht. Du machst
es nicht.
Kl. Sie ist so oberflächlich, du weißt bis heute nicht, wie
meine Tochter heißt. Du sagst K. zu ihr, das ist M.`s Tochter, nicht
meine. Was sind wir dir wert? S. ist zwanzig, der tust du mit weh, wenn
du sie ewig K. nennst. Sie sagt, mich gibts nicht für die Oma.
Th. Ja, hol sie grade herbei, die S. Die soll sich jetzt mal mit der Oma....
Kl. Oh ja, komm S., der zeigen wir es jetzt. Die nennt dich nicht noch
einmal K., sonst (schlägt auf den Boden).
Th. Das üben wir jetzt grad, (Th. schlägt auch), komm!
Kl. Sie heißt S., S., (Gruppe brüllt im Takt mit.) Ich war
so froh, als ich ne Tochter gekriegt hab, ............. ....ob du es jetzt
in deinen Kopf gekriegt hast. Wir sind ein tolles Team, die S. und ich.
Der Papa lacht daneben. Jetzt machen wir Front gegen dich, das hättest
du wohl nie gedacht. Deinem Sohn hast du doch auch nur wehgetan. Der hasst
dich doch nur noch. Du hast uns doch alle missbraucht.
Th. Wunderbar, wunderbar. Lass ihn mal auftauchen. Guck mal, wo er sich
hinstellt.Dann sieht ja deine Mama, was los ist.
Kl. Der stellt sich jetzt auch zu mir, hahaha! Mamas Liebling steht jetzt
auch bei mir.
Th. Sags ihr mal und guck mal, was sie dazu sagt.
Kl. (schadenfroh) Sie steht alleine da drüben. (unverständlich,
Gruppe lacht) Einmal dir gezeigt, daß es so nicht geht. Was du Intrigen
gesponnen hast, was du für Lügen erzählt hast. Bei M. über
mich, und bei mir über M., pfui Teufel! Nur daß du immer im
guten Licht dastandest. Und immer du warst das arme Weible, das arme Opfer.
Wir waren die Opfer! Du hast eine Macht gehabt, Oah! unverständlich
(Th. ja) Jetzt geht sie auf die Knie , es tut ihr leid.
Th. Ok, dann guck mal hin, ob es stimmt. Finds raus, guck mal hin. Vielleicht
hast du wirklich sie so erreicht, daß sie jetzt zusammenbricht.
Dann ist sie nämlich nicht mehr die Mama von damals. Vielleicht gibt
sie auf, vielleicht geht sie in sich. Vielleicht geht sie in die Demut.
Guck mal hin, was passiert mit ihr. Das heißt nämlich auch:
Dein Mamabild, diese starke, dominante Mama bricht zusammen.
Kl. Ihr laufen ein paar Tränen runter...
Th. Ja, sie weint. Jetzt hast du sie erreicht, jetzt passiert was.
Kl. Jetzt kommt sie ins Straucheln, umklammert meine Füße.
Es tut mir wirklich leid, glaubs mir. Es tut ihr wirklich leid.
Th. Ja, ok, und jetzt guck mal, was d u annehmen kannst davon. Guck mal
hin. Kannst du ihrs zubilligen? Und sei einfach nur ehrlich. Vielleicht
erreicht sie dich doch ein bißchen, und vielleicht auch noch nicht.
Ist alles ok.
Kl. (mit viel Gefühl) Es tut verdammt gut, daß du mal sagst,
es tut dir leid.
Th. Genau, also es kommt an, wunderbar.
Kl. Das dacht ich, passiert im Leben nimmer. Das hätt ich dir nicht
zugetraut. (Th. ja, ok) Ich hab dich ja auch gar nicht wirklich gehasst.
Ich wollte immer deine Liebe. (Th. ja) Ich wär in jedem Alter noch
bereit gewesen, dir alles zu verzeihen............Als ich in Therapie
war, ich hab mir so gewünscht, du kämest mal mit dazu . Aber
du hast gesagt, es ist alles Hokuspokus. Nix dran, das entartete Kind,
pfui Teufel. Schande für die Nachbarschaft. ...............................
Th. Und jetzt hast du sie vor dir, und jetzt ist sie sogar ehrlich.
Kl. (unverständlich) Aber besser spät als nie.
Th. Ok, sag ihr das aber auch. Offensichtlich hat sie noch eine Chance
bei dir.
Kl. Jetzt ziehts hier grad ganz arg (greift an die Brust). Da hat sie
gesessen, der Knoten, das Osterei.
Th. Ja, was sie mit verursacht hat . Ja, jetzt tuts ihr leid.
Kl. Mama, die Kapsel hier, das warst du. Da hab ich versucht, das abzukapseln.
Aber es ging nicht. Ist explodiert. (Tiefes Durchatmen)
Th. Jetzt ist es draußen.
Kl. Das war so schwer. Hättest dus dir nicht früher überlegen
können? Und vor allem auch so empfinden können. Ich habs mir
so gewünscht, von Kind an.
(Th. ja) (Größere Lücke, dann:).....das Osterei, das hat
sie zu allem gesagt, was ich empfinde. Hier das ist der Beweis. Ich wollte
es mir ja selbst gern vormachen........(Klientin atmet tief und schwer.)
Th. Frag sie mal, ob sie bereit ist, den Teil zurückzunehmen, den
sie verursacht hat. Zumindest symbolisch. Dann siehst du ja, ob es echt
ist, was sie sagt. Frag sie mal ganz direkt, bring sie mal auf den Punkt.
Kl. Sie sagt, wenn sie diese Schuld anguckt, dann muss sie auf der Stelle
sterben, dann kann sie so nicht mehr leben.
Th. Ja, ok, lass sie sterben. Riskiers, daß du deine Mama verlierst,
das ist nämlich (Rest unverständlich)
Kl. .....du lebst doch gar nicht mehr wirklich..............
Th. Gib ihr die Chance.
Kl. Du willst doch sterben, du sagst doch selbst, du sehnst dich danach.
Th. (zur Gruppe:) Das ist jetzt auch ganz wichtig: Sie hat Angst, die
Mama wirklich zu verlieren, aber sie muss es riskieren. Die muss sterben,
denn sie wird neu auferstehen, und das wird eine andere Mama sein. Sonst
bleibt das Bild der alten Mama immer in ihr. Riskiers, daß sie stirbt,
erlaubs ihr! (schlägt auf den Boden.) Riskiers, daß du deine
Mama loslässt, so wie sie war. Sonst bleibt sie immer in dir so,
wie sie war, als Erinnerungsbild.
Kl. Ehrlich gesagt, von mir aus hättest du, damals als Papa gestorben
ist, ich hab mir gewünscht, du wärst tot. Von mir aus hättest
du damals abtreten können.
Th. Genau, sags ihr jetzt. Jetzt ist sie vor dir. Sei ganz ehrlich.
Kl. Von mir aus kannst du abtreten. (Genau) Von mir aus: Ab ins Jenseits.
(Schlagen)
Th. Genau, hilf noch ein bißchen nach. (Gruppe macht mit.) Ja, genau,
und jetzt fühl mal hin, wie es dir jetzt geht. Du hast nämlich
wirklich deine Mama umgebracht. Und das wurde auch Zeit. Du hast nämlich
an diesem alten Bild Mama festgehalten. Und jetzt ist sie tot! (Ein harter
Schlag) und weg! Und jetzt guck mal , was ist.
Kl. (unverständlich)
Th. Und jetzt machen wir noch mal Feuer (entsprechendes Geräusch
von der CD wird eingespielt.), jawohl, Bestattung
Kl. .....Feuerbestattung, (Rest leider unverständlich, die Gruppe
lacht schallend. )
Th. Ja, ok, machen wir alles, muss ja nicht teuer sein.
Kl. Du warst dir ja selber nichts wert. Du hast abgelaufenen Fraß
aus dem Supermarkt dir geholt, du warst doch ein Mülleimer, ein lebendiger
Mülleimer, äääaah.
Th. Ja, genau, wirf den Müll in die Flammen, genau. (lautes Flammenschlagen
von der CD).
Kl. Jetzt wird mir wenigstens warm. Ich hab meine Leben lang gefroren
(Was folgt, leider unverständlich, aber die Gruppe lacht dauernd
laut. Dann ganz tiefes Durchatmen der Klientin.)
Th. Du strahlst richtig Wärme ab.
Kl. Ich hab auch ganz warme Hände...............................
(Immer wieder Schlagen, Lachen, Feuer.)
Th. Ihr hats noch rechtzeitig leid getan. Und was jetzt noch geschieht,
ist außerhalb deiner Macht. Und das ist gut so. - Pause - So jetzt
guck mal deinen Papa an. Wenn der sich nicht ändert, weiß er,
was ihm bevorsteht.
Kl. Der ist absolut beeindruckt, der ist .................
Th. Was machen deine zwei Männer?
Kl. Die sind ganz im Hintergrund. Sie sagen, sie müssen mir jetzt
mehr Raum lassen.......................Er (ihr Mann) sagt, ich entlasse
dich jetzt als Mama, ich versuche, die Verantwortung für mich selber
zu übernehmen.(dann nur noch Bruchstücke): ....auch wieder mit
dir klar zu kommen. ........will auch eine Therapie machen......... (Ab
hier spricht sie wieder für sich selbst:) Ich wünsche es mir......Ich
sag nicht: weg! Aber so, wie es war, geht es nicht mehr, nie wieder.
Th. Ja, du musst es riskieren. Was immer dabei rauskommt, ist in Ordnung.
Dann hat er ne Chance, und du auch.
Kl. unverständlich
Th. Oh ja, sehr schön. Wie ist das denn, wenn du wahrnimmst, dein
Mann hat jetzt mehr Verständnis für dich? Und das klingt ja
sehr ehrlich. Sags ihm.
Kl. Gut, das tut so verdammt gut. Daß nicht mehr ich die Starke
sein muss, die dich bemuttert und versucht, dir zu helfen. Ich hab all
die Jahre gesucht, wer mir hilft. (Th. ja) Und ich dachte, du bist so
sensibel. Ich hatte die Hoffnung, du könntest derjenige sein. Ich
hatte die Hoffnung, wir können uns Stärke geben gegenseitig
und aus dem Mist raus hier..... Und ich war ja schon von einem Psychotherapeuten
zum anderen, und immer nur dieses Blabla hier oben.....................(große
Lücke ) Ich hab immer geglaubt, was mir gesagt wurde. Ich hab keine
Ahnung, was ich will. Das muss ich jetzt anfangen herauszufinden. Jetzt
sagt die Kleine: Du weißt ganz genau, was du willst.
Th. Jetzt hast du einen Super-Beschützer, Super-Intuition und Helfer
und Quelle, wow! So muss das sein.
Kl. unverständlich
Th. Gut, antworte ihm, gib ihm auch ne Chance, wenn das stimmt.
Kl. Ich geb dir auch ne Chance. Ich hoffe und wünsche, daß
du auch an deine Probleme rankommst und auch einen Weg für dich findest.
Aber ich kann dich nicht unterstützen, und du brauchst mich auch
nicht mehr unterstützen. Und ich weiß auch, daß du überfordert
bist mit der Aufgabe. Ich entlasse dich aus der Verantwortung, ich verlangs
nicht mehr von dir.
Th. Das wäre auch die Qualität deines Papas gewesen, diese Qjualität
reinzubringen, für dich dazusein und dich zu beschützen. Frag
ihn mal, ob er so langsam das mal nachlernen will. Frag ihn mal, ob er
bereit dazu ist. Er soll ja nicht nur beeindruckt sein, er soll ja auch
mal seine Qualität entwickeln. Frag ihn mal, ob er bereit dazu ist.
Kl. Das wird mir jetzt erst klar: Daß ich bei Männern die Hoffnung
hatte, jemand zu finden, der für mich eintritt, wie ich das von d
i r erwartet habe. Ich werfe ihnen vor, daß sie für mich nicht
eintreten. Und was hab ich gemacht, dasselbe in Grün. D u hast mir
gefehlt. Das kann mir ja kein anderer Mann geben. F. war der Erste, der
gesagt, ich liebe dich, wie ich bin. Das hab ich mir von d i r gewünscht!
(Tiefes Atmen)
Th. Ja, genau, sags deinem Papa. Vielleicht wird er ja langsam wach. Und
kriegt mit, daß er eigentlich ne Tochter hat, die zu ihm gehört.
Kl. Er nimmt mich in den Arm. Papa, weißt du, wie lange ich darauf
gewartet habe, daß du mich ehrlich in den Arm nimmst und nicht an
mir rumfummelst. Daß ich nicht deine kleine Frau bin sondern deine
Tochter. (weinend:) Weißt du, wie mir das wehgetan hat? (Th. ja)
Und wie Scheiße ich das fand? Du sagst mir immer, das Weib ist ein
Drachen, und wenn du gesoffen hattest, dann kamen die typischen Geräusche
aus dem Schlafzimmer und dann war sie recht!? Was meinst du, was ich für
eine Einstellung hab zu dem Thema? Bist heute!!
(Th. ja) Meinst du, ich konnte das jemals genießen? (Lücke,
dann ganz tiefschmerzliches Weinen.)
Th. Zeig deinem Papa deinen Schmerz. Dafür muss er jetzt dasein.
Und guck, ob er dich hält.
Kl. (immer noch laut weinend)........ ....nachts warst du da! Du hättest
mich tagsüber in den Arm nehmen müssen! Oh Gott!!! Und ich hab
mich immer schlafend gestellt. Und hab gedacht, wenn ich stillhalte, dann
ist es bald vorbei.
Th. Zeig deinem Papa deinen Schmerz!!! Er muss das sehen jetzt, er muss
betroffen sein. Zeig ihm genau den Schmerz, den soll er wahrnehmen. Die
Verzweiflung soll er wahrnehmen.
Kl. Und wenn du mit mir allein im Urlaub bist, ich war froh, 14 Tage keine
Prügel, weil Mutter nicht dabei war. Und dann kamst du. (weint ihren
Schmerz laut heraus). Und ich hab mir noch vorgemacht, du bist das einzig
Positive in meiner Kindheit. Wenn du mich wenigstens irgendwann mal .............
hättest, egal wie.
Th. Wie alt warst du denn damals?
Kl. 5, 6 . Th. Bis wann?
Kl. Bis 15.
Th. Pass mal auf: Geh mal hin zu dem Mädchen, das braucht jetzt Hilfe,
Geh mal hin als heutige D. zu dem Mädchen, das 5, 6 Jahre alt ist,
wo der Papa sie benutzt. Und greif mal ein, greif mal ein. Hilf mal dem
Mädchen, die braucht jetzt mal Hilfe. Das schafft die nicht alleine.
Kl. (außer sich, schlagend) Du sollst weggehen!!! (Wildes Schlagen
und Schreien, auch aus der Gruppe) Ich will es nicht! Ich will es nicht!......................
Th. Und geh als heutige D. hin und hilf dem Mädchen. Hilf dir, hilf
dem Mädchen von 5, 6, 7 Jahren und hau deinem Papa auf die Finger
(schlägt hart auf den Boden) . Er soll aufhören!
Kl. (schlägt und schlägt.......)
Th. Und guck mal hin, ob er aufhört.
Kl. (unverständlich)
Th. Er weiß genau, daß du was gemerkt hast. (Kl. ja) Ja, dann
sags ihm.
Kl. Mach mir nichts vor.......... (Der Rest geht unter in Schlagen und
Geschrei und immer wieder dem schmerzvollen Weinen der Klientin) ......Du
warst so mies wie Mutter, oh Gott!!! Ich wollt gar nicht mehr leben, ich
wollte .mich umzubringen. ...........
Th. Ok, guck mal hin. Ist dein Vater betroffen? Erreichst du ihn damit
jetzt? Daß er sieht, was er gemacht hat. Schau ihn an, schau ihn
an. Zeig ihm deinen Schmerz.
Kl. Er sagt, das wollt ich nicht, das wollt ich nicht. Ich glaub dir,
daß du es nicht wolltest, aber du hast es trotzdem gemacht.......wenn
du betrunken warst, alholisiert, ich hatte Angst vor dem Zeug. Diese Fahne!
Pfui Teufel!
Th. Wenn du nur die Fahne spürst, wird dir elend, dann tut es schon
weh, ja.
Kl. Im Urlaub hat er fast jeden Abend getrunken.
Th. Vielleicht auch deshalb, damit er sich traut. Vielleicht hat er Angst
gehabt. Frag ihn mal, ob er deshalb gesoffen hat. Frag ihn mal ganz direkt.
Kl. (unverständlich) Th. Er musste sich erst Mut antrinken.
Kl. (große Lücke, dann:) .....wie Scheiße ich das finde.
Und du hattest ne Freundin, und in der Zeit ging es mir besser. Und ich
hab mir gewünscht, daß du mich mitnimmst und mit ihr zusammengehst.
(Th. ja) Und dann hat Mutter Wind davon gekriegt, und (verächtlich)
du bist zurückgekrochen! Och!!! Ich hab sie so gemocht. Ich war so
dankbar, daß sie dann meine Stelle eingenommen hat.
Th. Hol sie mal herbei. Frag sie mal, ob sie dir helfen würde gegen
ihn. Hol sie mal herbei. Kl. I. , I. , komm her.
Th. Frag sie mal ganz ehrlich, ob sie dir helfen würde, daß
dein Papa dich als Frau in Ruhe lässt. Nicht weiter benutzt.
Kl. Sie sagt, sie hatte ja keine Ahnung, daß ich vor ihr und nach
ihr die Stelle eingenommen hab.
Th. Komm, sag ihr mal, sie soll jetzt zu dir halten. Sags ihr mal, guck
mal, ob sie jetzt zu dir hält.
Kl. Sie hat jetzt ganz fest den Arm um mich gelegt und sagt: Ich hab dich
von Anfang an so gern gehabt. Ich hab mir so gewünscht, daß
ihr zwei zu mir kommt. Ich wäre so gerne eine Familie geworden mit
euch. ..........................aber im Stich gelassen. Und dann wars
erst recht wieder die Hölle daheim. Mein Vater hat sich gar nicht
mehr an den Tisch getraut, denn meine Mutter hat ihm immer gezeigt: Du
hast mich ja betrogen!
Th. Also sie hat die absolute Macht gehabt. Ok, wir bearbeiten jetzt noch
den Vater, daß er das Kind in Ruhe lässt. Daß er dich
in Ruhe lässt mit 5, 6, 7 Jahren usw. Das muss er jetzt hinkriegen.
Hol ihn mal herbei und frag ihn, ob er jetzt für immer die Finger
von seiner Tochter lässt.
Kl. Die I. hat immer gesagt, sie macht es gern und freiwillig. Sie übernimmt
ihn.
Th. Jajaja, das ist ok, das ist denen ihre Sache. Aber er muss das sagen.
Denn du bist ein Kind, das muss er klarkriegen. Er muss dich in Ruhe lassen,
das muss er absolut versprechen. Frag ihn.
Kl. Er sagt grad, wenn er die I. behalten darf, ....................
Th. Der hat überhaupt keine Bedingungen zu stellen, egal, was für
Randbedingungen. Er hat dich absolut in Ruhe zu lassen, keine Bedingungen.
Kl. Lass du mich in Ruhe! (Th. genau!) Lass mich in Ruhe! Nie, nie, nie
mehr! (Wildes lautes Schlagen) Nicht mal in Gedanken!
Th. 1oo % nie mehr!!!! (Schlagen geht weiter.)
Th. Und guck, ob er nickt. (Kl. ja) Und guck, ob du es glaubst. Nicken
ist einfach.
Die Klientin spricht jetzt so erschöpft, daß einige wenige
Passagen komplett unverständlich sind. Der Verlauf der Session ist
aber den Antworten des Therapeuten zu entnehmen.
Th. Ok, dann klingt das fast ehrlich. Dann sags ihm, wenn du ihm glaubst,
ganz ehrlich.
Kl. unverständlich
Th. Guck mal, ob er das wahrnehmen kannst, daß du ihm das abnimmst,
daß das ankommt.
Kl. Abnehmen ja, aber nicht verzeihen...
Th. Ja, das geht nicht so schnell, das ist ok. Das Verzeihen, das braucht
ein paar Sessions.
Th. Genau, Verzeihen ist noch nicht dran, ja.
Kl. unverständlich
Th. Ok, frag ihn mal, ob er mithelfen will an der ganzen Aufdeckung, daß
das restlos aufgedeckt wird. Daß er sich überall entschuldigt
irgendwann, damit e r in Frieden gelassen wird. Denn e r hat ein dickes
Problem. E r hat sein Kind missbraucht. Er kriegt ne Chance durch dich.
Mach ihm das mal klar.
Kl. Er sagt, .............................in Wirklichkeit kann ich ja
zu dir stehen.
Th. Es geht jetzt nicht um den Drachen , sondern daß er zum Papa
wird. Er kriegt ne Chance jetzt. Und wenn nicht, hat er immer die Schuld,
daß er sein Kind missbraucht hat. Frag ihn mal, ob er d a s auch
als Chance für sich sieht.
(Verzweifeltes Weinen einer anderen Gruppenteilnehmerin ist zu hören.)
Kl. Jetzt kommt wieder dasselbe: Es tut ihm leid, daß er mit mir
geschlafen hat......(weiter lautes verzweifeltes Weinen der anderen Teilnehmerin)
Und er sagt, er will alles tun, er bleibt an meiner Seite.
Th. Super. Und guck mal, ob du ihm das abnimmst. Und keine faulen Kompromisse....
Kl. unverständlich................... (Th. 100%ig!!!) ..........Er
sagt, er schwört.
Th. Ok, und unabhängig von dem Drachen, da hat er noch was zu klären.
Unabhängig, er hat absolut für dich dazusein, Punkt.
Kl. ..................(Gruppe lacht) ........das war das Wichtigste in
meiner Kindheit!
Th. Gut, jetzt machen wir nen Härtetest, denn er kann ja viel erzählen.
Jetzt hol mal deine Mama als Gedächtnisbild herbei, die früher
das kleine Kind geschlagen hat. Ja, das uralte Bild, du kannst dich ja
bestimmt noch erinnern. Hol das Bild mal herbei und sag der Mama, sie
soll das Kind schlagen. Und dann testen wir, ob er dazwischen geht. Das
gucken wir jetzt nach, ob das geht.
Kl. Jaaa, und nun schlag mal dein Kind.
Th. Und nun guck, ob der Papa dazwischen geht. Du kannst das. Aber guck
mal, was der Papa macht.
Kl. Ja, der hat auch so ein Ding (Schlagstock).
Th. Ach, der hat auch so ein Ding?
Kl. (schlägt auf den Boden: ) Jetzt gehts nimmer! Hää!
Das hättste dir nicht träumen lassen.
Th. Genau, der soll seine Power mal woanders einsetzen. (Lachen)
Kl. Noch droht er nur, aber sie geht schon wieder rückwärts.
Th. Ok, wir wollen ja nur testen, ob er wirklich selbst dem Drachen gegenüber
......
Kl. ...weißt du , wie gut mir das jetzt getan hat? E i n m a l trittst
du vor mich! (mehrmaliges tiefes Durchatmen) Das hab ich mir so gewünscht.
Einmal, das tut so gut.
Th. Ja, so langsam kriegst du ihn unter, nicht?
Kl. ........................Seifenblase Und irgendwo der nette Teil von
ihr ist noch da unten um meine Füße und sagt: Es tut mir wirklich
leid. Der ist nicht mit verbrannt.
Th. Ja, das was echt ist, kann man nicht zerstören und kann man nicht
verbrennen. Wenn du willst, kannst du deine Mama jetzt einfach mal zur
Tür reinkommen lassen und dich überrraschen lassen, wie sie
jetzt ankommt. Stell dir mal vor: Deine Mama kommt zur Tür rein.
Lass sie mal auftauchen und guck mal, wie sie kommt.
Kl. Vor Erwartung verkrampfe ich mich grad schon ................... Die
Kleine sagt jetzt, .......
Th. Ja, das ist jetzt auch ein Härtetest, ich weiß. Mal gucken,
wie sie kommt. Stell dir vor, die Tür geht auf, und sie kommt rein.
Denn die alte Mama ist tot.
Kl. ....................... wieder Angst, daß du mich jetzt ausnutzt.
Lass mich eine Weile in Ruhe. Das braucht Zeit. Ich muss das verarbeiten.
Wenns wieder geht, komme ich auf dich zu.........................
Th. Ja, gut, halt sie noch ein bißchen auf Abstand.
Kl. .........geh am besten, aber geh.
Th. Ja, halt sie noch auf Abstand. Denn wenn das alles bearbeitet ist,
dann kommt sie auch neu wieder. Das ist vielleicht auch viel zu viel auf
einmal, ja.
Kl. Sie sagt jetzt aber grade: Ich würd dich jetzt doch auch mal
gerne in den Arm nehmen.
Th. Ah ja, die Idee ist schon da.
Kl. Sie ist mir noch so fremd.
Th. Ja mach es nur, wenn es ganz ehrlich ist.
Kl. Lass mir Zeit, lass mir Zeit.
Th. Ja, aber du hörst es jetzt schon mal: Bei deiner Mama scheint
irgendwas passiert zu sein. Zumindest will sie dich jetzt mal in den Arm
nehmen, und d u hast jetzt die Entscheidungsmöglichkeiten. Ob du
bereit dazu bist.
Kl. Ich hab einfach noch Angst, daß sie mich einwickelt: Ich nehm
dich jetzt in die Arme und bin ganz lieb, und du kümmerst dich wieder
um mich. Ich trau dir noch nicht über den Weg.
Th. Ja, ist ok.
Kl. Es reicht mir erstmal, daß du mich in Ruhe lassen kannst. (Th.
genau) Daß du dir woanders das holst, was du brauchst. Ich kann
nicht für dich sorgen. Ich bin nicht deine Mutter, ich wills nicht
sein.
Th. Ja, und guck auch mal, wie die kleine D. jetzt auf die Mama reagiert,
auf die Ankündigungen, oder wie es ihr geht jetzt einfach. Wenn du
jetzt mit der Mama redest.
Kl. Sie sagt, das ist meine Mama! Damit bist du voll und ganz beschäftigt.
Th. Genau! Deine Mama muss erstmal die Mama von der kleinen D. werden
und dann von dir, ganz genau. Das heißt, die Kleine wäre bereit,
jetzt so mit dieser Mama
Kl. (unterbricht:) Nicht mit der! Ich muss ihre Mama werden. Ich.
Th. Ja, das ist die Stufe, Vertrauen wieder zu bekommen......
Kl. ....mit der anderen nicht...................
Th. Das braucht noch ein bißchen Zeit. Gut, ist sie denn einverstanden
damit, deine Ex-Mama? Die haben wir ja ein bißchen auf die Seite
geschoben. Wäre sie denn bereit zu warten, bis sie irgendwann wieder
angenommen wird? Ist sie denn einverstanden damit? Kann sie das akzeptieren?
Kl. Sie behauptet sogar, sie würde sich wundern, wenn ich nach allem,
was sie mir angetan hat, ich jemals wieder etwas von ihr wissen will.
Th. Ja. Also das zeugt auch schon von tiefster Einsicht. Kannst du das
wahrnehmen? Sie hat schon Schuldgefühle.
Kl. Ich trau dem noch nicht so, weil ich gerade vor einer Weile meinem
Bruder gesagt habe, was sie mit mir gemacht hat. Was er auch nie gewusst
hat. Und er sich jetzt auch gegen sie gestellt hat. Jetzt ist sie allein
und jetzt will sie wieder gut Wetter machen, damit sie wieder Zugang zu
uns kriegt. Und mein Bruder sagt auch grad, du Bestie, bleib mir vom Leib.
Th. Also, sie trickst noch ein bißchen.
Kl. Sie hat so viel gelogen, so viel kaputt gemacht, ich denke, wir brauchen
grad alle Zeit.
Th. Dann mach ne Vereinbarung mit ihr, daß du dich irgendwie so
in nächster Zeit - deine Vereinbarung muss ja für dich stimmen
- mit ihr beschäftigst, vielleicht ein paar Sessions machst, so richtig,
bis für dich alles einverstanden ist. Irgendwie so eine Art von Vereinbarung
mach mit ihr. Guck mal welche Worte du nimmst, die müssen für
dich stimmen.
Kl. Sie hat im Moment noch grad zu mir gesagt, es ist für mich auch
ok, wenn du nie mehr etwas von mir wissen willst. (Th. ja) Ich weiß
es noch nicht, Mutter. Ich guck jetzt nach mir (Th. ja), aber du hängst
so mit mir zusammen. Ich werde mich mit dir beschäftigen; im Innen
ganz sicher. Und je nachdem, was sich da entwickelt, kann ichs dann vielleicht
auch im Außen. Aber lass mir Zeit. Warte, bis ich auf dich zukomme.
Ruf mich nicht an, mach im Moment gar nichts.
Th. Guck mal, ob sie einverstanden ist, ob sie nickt.
Kl. (unverständlich.)............. und geht zur Tür raus.
Th. Ja, prima, das ist in Ordnung.
Kl. Sie ist mir grad entwischt, und ich hab nicht den Impuls, ihr nachzugehen.
Th. Ok, dann schau dich mal um. Da ist jetzt dein Papa, das kleine Mädchen
und deine zwei Männer.
Kl. Mein Noch-Ehemann sagt grad, es tut ihm leid. Er sagt, er hat seine
Krankheit auch gekriegt als Strafe für das, was er mir angetan hat.
Th. Fühlt sich auch schuldig. Kannst dus akzeptieren? Kannst du es
annehmen? Glaubst du ihm?Antworte ihm ganz ehrlich?
Kl. So hilflos, wie du gerade im Rollstuhl vor mir hängst, kannst
nicht mehr sprechen, kannst nicht mehr schreiben, die Kommunikation ist
ganz eingeschränkt............... Du hast dich auch so gegen eine
Therapie gesträubt, du wolltest ja auch keine Ehetherapie. Und jetzt
sagst du, du weißt, daß bei dir ganz viel begraben war.
Th. Frag ihn mal ganz direkt: Wolltest du in den Rollstuhl, Ja oder Nein?
Und hör mal, was er sagt. Frag ihn mal.
Kl. Wolltest du in den Rollstuhl? Er sagt tatsächlich ja. Er ist
ja total unbeweglich gewesen in seinem Leben. Wird hier versorgt wie bei
Mami. Das kann ja wohl nicht wahr sein, genießt seinen Rollstuhl?!
Th. Jaa, der genießt seine Kindheit, der holt sie nach. Das machen
viele Leute. Es gibt viele in der Psychiatrie, die sagen , ich hab hier
ein tolles Zuhause, werd versorgt. Keine Sorgen mehr.
Kl. Ich denk grade, so wie ich dich bemuttert habe, wirst du hier bemuttert.
Ich fass es nicht, kann man sowas wollen?? Ich hatte total Mitleid mit
dir, als dich das erwischt hat, trotz allem! Er sagt, er war ja schon
immer total zufrieden vor dem Fernseher, und das kann er hier weiterhin.
Th. Ok, dann guck mal, ob du dich verabschieden kannst innerlich von ihm.
Es ist seine Entscheidung, sein Leben, und guck mal, ob du Ja dazu sagen
kannst, ob du ihm das zubilligen kannst.
Kl. M., verstehen kann ich dich nicht. Aber mir tut auch vieles leid,
was zwischen uns passiert ist. Ich hätte dich nie heiraten dürfen,
weil ich dich nie, nie, nie geliebt hab. Ich hab dich auch von daher missbraucht
als Samenspender für meine Tochter. Mir tut auch ganz vieles leid.
Ich hab dir nicht gewünscht, daß du so endest, aber irgendwie
beruhigt es mich, daß du dich dagegen gar nicht wehrst, daß
das für dich ok ist.
Th. Er ist irgendwie einverstanden anscheinend damit.
Kl. Und dann brauche ich ja keine Schuldgefühle mehr zu haben. Du
hast ja, was du wolltest. Was will ich mehr? ................
Th. Guck mal, ob du dich irgendwie mit ihm verabschiedest. Vielleicht
ist das auch nur für heute, denn es kann sein, du musst noch einiges
mit ihm aufarbeiten usw. . Dann machst du eine Vereinbarung wie: Wenn
es wichtig ist, kommst du halt noch mal auf ihn zu, dann bearbeitet ihr
noch ein paar Sachen, dann könnt ihr euch miteinander verbinden oder
so. Aber für heute solltet ihr einverstanden sein, guck mal, ob das
geht.
Kl. unverständlich
Th. Ok, super.
Kl. Danke! Ich konnte es nicht länger mitangucken, wie du so elend
dalagst, aber ich genieße das jetzt total.
Th. Vielleicht hilft ihm das sogar als Impuls, daß bei ihm auch
was in Gang gesetzt wird. Aber das kann man ja alles der Zukunft überlassen.
Gut, mit deinem Mann hast du ja schon eine Vereinbarung gemacht wie, er
kriegt bei dir noch ne Chance. Dein Inneres Kind ist weiter auf deiner
Seite. Deine Tochter, wie heißt sie noch?
Kl. S., und die hält mich auch ganz fest im Arm. Die ist auch die
Einzige in meinem Leben, die mich in der Realität in den Arm nimmt.........................
Ich hab das nie verstanden, bei ihm bin ich auch immer erstarrt, wenn
er mich in den Arm nimmt. Nur bei S. konnt ich loslassen. Aber jetzt versteh
ichs.
Th. Das ist klar, wenn er dich unbewusst an deinen Papa erinnert, dann
musst du auch erstarren, das ist ganz klar. Gut, dann guck mal, was du
jetzt mit deinem Papa noch vereinbaren, klären willst. Da ist noch
einiges zu klären, 5 Jahre, 6 Jahre Missbrauch, da hast du noch ein
bißchen was zu tun mit ihm.
Kl. unverständlich
Th. Sag ihm, das wird alles noch geklärt und aufgearbeitet. Mach
ne klare Vereinbarung, guck mal wie.
Kl. Ja, wir haben noch so einiges miteinander zu tun. Er sagt, ja, er
ist bereit.
Th. Wow, toll.
Kl. Er wollt mir nie wehtun, er wollt immer nur mein Bestes. Da konnt
ich nur drüber lachen als Kind. Das hat er mir so oft gesagt. Mein
Bestes!!!!Pfffff!
Th. Das holst du dir jetzt wieder.
Kl. Das werd ich jetzt versuchen herauszufinden, was m e i n Bestes ist.
(Th. ja genau) Da hast du keine Ahnung, und ich auch noch nicht. Aber
die Kleine, die
weiß es. (Th. ja) Mit der werd ich mich jetzt beraten.
Th. Genau, ihr beide haltet zusammen, das ist wichtig. (Tiefes Durchatmen)
Schau dich mal um, ob du es irgendwie so stehen lassen kannst. Oder ob
noch irgendwas Wichtiges jetzt zu klären ist. Und es wird alles auch
noch weiter arbeiten. Das ist klar.
Kl. Im Moment ist es ok so. Ich hab F. auf der einen Seite und S. auf
der anderen Seite und die Kleine hier bei mir. Danke!
Th. Toll, Super.
Die Klientin schlägt noch einmal mit dem Schlagstock spielerisch
auf den Boden.
Kl. Als ich gehört habe, daß es sowas gibt, hab ich gedacht:
Das werde ich niemals können.
Th. Und wie dus kannst: Räumst in einer Sitzung fast alles auf! Am
besten nimmst du den
(Schlagstock ) mit nach Hause.
Mit Gelächter von allen Seiten und Musik zur Entspannung endet die
Session.
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